4-prozentige Prämienerhöhung erwartet
publiziert: Montag, 25. Aug 2008 / 15:17 Uhr / aktualisiert: Montag, 25. Aug 2008 / 18:13 Uhr

Bern - Nach zwei «ruhigen» Jahren dürften die Krankenkassenprämien 2009 wieder deutlich ansteigen. Der Internet-Vergleichsdienst Comparis geht von einer durchschnittlichen Erhöhung um 4 Prozent aus.

Comparis stufte die Prognose deutlich nach oben.
Comparis stufte die Prognose deutlich nach oben.
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Noch Mitte Juli dieses Jahres hatte sich die Lage anders präsentiert. Damals war Comparis aufgrund einer Umfrage bei den 20 grössten Kassen von einer durchschnittlichen Steigerung um 2,2 Prozent ausgegangen.

Der neuesten Comparis-Analyse liegen nun die provisorischen Prämien von 50 Krankenkassen zugrunde. Bei ihnen sind 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung versichert, wie der Vergleichsdienst am Montag mitteilte.

Erhebliche regionale Unterschiede

Die kantonalen Unterschiede, die sich dabei ergeben, sind laut Comparis erheblich. Diese schwankten zwischen einem Anstieg um 2 Prozent im Kanton Genf und 5,5 bis 7 Prozent in den Kantonen Wallis, Ausserrhoden, Luzern, Obwalden und Uri.

Um durchschnittlich rund 4 Prozent dürften die Prämien 2009 im Waadtland steigen. Der Grund dafür liegt darin, dass die drei bisherigen Prämienregionen in der Waadt zu zwei neuen zusammengefasst. Dabei werden knapp 90 Prozent der Versicherten neu der teuren Region 1 (Lausanne) zugeteilt.

2006: Gesundheitskosten steigen nur minim

Gegenüber den letzten beiden Jahren wären 4 Prozent mehr ein deutlicher Prämienanstieg: 2007 waren die Krankenkassenprämien im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent gewachsen.

Ein Grund dafür war damals, dass 2006 die Gesundheitskosten in der Schweiz nur in geringem Mass stiegen. Wie das Bundesamt für Statistik am Montag mitteilte, betrug der Anstieg 2006 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist die geringste Steigerung seit Mitte der Achtziger Jahre.

Couchepins Prognosen

Noch mehr durften sich die Versicherten freuen, als die Krankenkassenprämien für das laufende Jahr bekannt wurden: Diese lagen lediglich 0,5 Prozent höher als 2007.

Gesundheitsminister Pascal Couchepin führte diesen schwächsten Anstieg seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes im Jahr 1996 damals auf seine Reformen zurück. Für die Zukunft gab er sich sehr optimistisch.

Wenn das Parlament nicht kostensteigernde Massnahmen beschliesse, werde die Prämienerhöhung auch für 2009 auf einem «tiefen Niveau» liegen, sagte Couchepin damals. Für 2008 und 2009 hatte er im Durchschnitt 2 Prozent Steigerung vorausgesagt.

Erste Prämien bekannt

Für 2009 haben verschiedene Krankenkassen bereits ihre provisorischen Prämien bekannt gegeben: Die Westschweizer Groupe Mutuel will diese um durchschnittlich 4,1 Prozent erhöhen, die Helsana um 3,9 Prozent und die Visana um 1,7 Prozent.

Die Kantone Genf und Jura forderten den Bund bereits zum Handeln auf: Das Bundesamt für Gesundheit solle von den Kassen verlangen, die angekündigten Erhöhungen zu überprüfen. Die definitiven Krankenkassenprämien für 2009 werden Ende September vom Bundesamt für Gesundheit bekannt gegeben.

(fest/sda)

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