Ärzte-Stopp: santésuisse befürchtet Kostenexplosion
publiziert: Samstag, 6. Jul 2002 / 12:22 Uhr / aktualisiert: Samstag, 6. Jul 2002 / 12:44 Uhr

Chur - Der Krankenkassenverband santésuisse befürchtet wegen des Zulassungsstopps für Ärztinnen und Ärzte jährliche Mehrkosten von 800 Mio. bis 1 Mrd. Franken . Grund sei die massiv gestiegene Anzahl neuer Gesuche vor dem Entscheid.

Normalerweise würden jährlich 300 bis 400 Gesuche für neue Praxisbewilligungen eingereicht, sagt der santésuisse-Präsident und Graubündner SVP-Nationalrat Christoffel Brändli in einem Interview der Tageszeitung «Südostschweiz». Von Anfang Juli bis zur Bekanntgabe des Zulassungsstopps durch den Bundesrat am letzten Mittwoch seien aber 1600 Gesuche eingereicht worden.

Der Zulassungsstopp sei falsch aufgegleist worden, kritisiert Brändli: «Statt dass man den Ärztestopp gewissermassen als Überraschungscoup lanciert hat, wurde Wochen im Voraus darüber spekuliert.» Dies habe zur Welle neuer Gesuche geführt.

Auf einen Schlag 800 Mio.

Die meisten dieser Gesuche müssen gemäss Brändli bewilligt werden. «Wenn alle diese Ärzte eine Praxis eröffnen, haben wir auf einen Schlag Zusatzkosten im Gesundheitswesen von 800 Millionen bis einer Milliarde Franken pro Jahr.»

Brändli fordert zur Kostendämpfung die Abschaffung des Kontrahierungszwangs zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern. Zudem müssten die Vorschläge der Parteien geprüft «und die besten daraus zu einem sinnvollen Paket zusammengeschnürt» werden.

(ba/sda)

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