Krankenversicherung drückt auf das Geschäft
Allianz spürt die Schuldenkrise
publiziert: Freitag, 11. Nov 2011 / 09:16 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Nov 2011 / 13:14 Uhr
Die Schuldenkrise verhagelt der Allianz das Quartal.
Die Schuldenkrise verhagelt der Allianz das Quartal.

München - Die griechische Schuldenkrise und abstürzende Aktienkurse haben der Allianz das dritte Quartal kräftig verhagelt. Zwischen Juli und September verbuchte Europas grösster Versicherer noch einen Überschuss von 196 Mio. Euro - 85 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

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Konzernchef Michael Diekmann hält trotzdem an seinem Ziel fest, in diesem Jahr einen operativen Gewinn von rund 8 Mrd. Euro zu erzielen - ein Grossteil der Belastungen ist darin gar nicht enthalten. Das Kerngeschäft läuft stabil.

Schuld an dem heftigen Gewinneinbruch sind Abschreibungen auf Finanzbeteiligungen, ein kräftig gestiegener Steuersatz und die Wertverluste griechischer Staatsanleihen. Insgesamt summierten sich die Verluste bei Kapitalanlagen auf 2,6 Mrd. Euro.

Dabei hatten auch die Lebensversicherungskunden ihr Päckchen zu tragen, deren Geld teilweise in Griechenland-Anleihen steckt. Weil zudem die Hälfte der Belastungen ausserhalb des operativen Geschäfts verbucht sind, lag der operative Gewinn mit 1,9 Mrd. Euro nur 7 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Unter dem Strich kostete die Griechenland-Krise die Allianz im dritten Quartal 122 Mio. Euro, nachdem sie bereits zur Jahresmitte kräftige Abschreibungen vorgenommen hatte. Inzwischen stehen die Papiere noch mit insgesamt 497 Mio. Euro in den Allianz-Büchern - das sind 39 Prozent des Nennwerts.

Grosses Engagement in Italien

Auch anderen hochverschuldeten Euro-Ländern hat der Versicherer viel Geld geliehen: Die Staatsanleihen von Spanien, Portugal, Irland und Griechenland summieren sich auf 6,6 Mrd. Euro.

Viel stärker noch ist die Allianz in Italien engagiert: In den Staatsanleihen von 25,6 Mrd. Euro steckt vor allem das Geld der italienischen Lebensversicherungskunden. Diese hätten auch den Grossteil der Verluste zu tragen, sollte Italien noch tiefer in die Krise stürzen.

Im eigentlichen Geschäft profitierte die Allianz von ihrer Kernsparte. Die Stürme «Achim», «Bert» und «Frank» in Deutschland sowie Hurrikan «Irene» in den USA trieben die Schadenbelastung aus Naturkatastrophen um ein Drittel auf 413 Mio. Euro in die Höhe. Dennoch verdiente der Bereich mit 1,1 Mrd. Euro fast ebenso viel wie ein Jahr zuvor.

(bert/sda)

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