Am 30. Juni ist Schluss für Krankenkasse Accorda
publiziert: Freitag, 7. Mai 2004 / 18:25 Uhr

Bern - Die Krankenkasse Accorda muss ihre Tätigkeiten am 30. Juni einstellen. Dieses Datum hat das Eidgenössische Departement des Innern verfügt. Es hatte der Kasse im September 2003 wegen Überschuldung die Betriebsbewilligung entzogen.

Gegen den Entscheind könne rekuriert werden, sagte Myarc Léderray vom Bereich Aufsicht in der Krankenversicherung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die Krankenkasse CSS hatte den 12 000 Accorda-Versicherten das Angebot gemacht, sie in der Grund- und in den Zusatzversicherungen zu denselben Bedinungen aufzunehmen, die sie bei der Accorda hatten.

Das BAG für die Grundversicherung und das Bundesamt für Privatversicherungen (für die Zusatzversicherungen) müssten zu diesem Wechsel nicht Grünes Licht geben. Sie stellten aber sicher, dass der Übertritt gesetzeskonform erfolge, sagte Léderray.

Die Versicherten könnten das CSS-Angebot annehmen oder eine andere Kasse frei wählen. Wollten sie vom Angebot nur bei den Zusatzversicherungen Gebrauch machen, sei auch das möglich. In der Grundversicherung sei die Krankenkasse frei wählbar, ablehnen dürfe sie Versicherte nicht, rief Léderray in Erinnerung.

Das EDI hatte der Accorda im vergangenen September auf Vorschlag des Bundesamtes für Sozialversicherung als erster Krankenkasse überhaupt wegen Überschuldung die Bewilligung entzogen. Der Entscheid wurde vom Eidg. Versicherungsgericht - nach einer Beschwerde der Accorda - bestätigt.

Die im freiburgischen Givisiez ansässige Accorda wurde 1998 von Personen aus dem Gesundheitswesen gegründet und erlebte einen grossen Zulauf. Später kam es zu massiven organisatorischen und finanziellen Problemen. Im Juni 2003 betrug die Überschuldung rund 1,2 Millionen Franken.

(bsk/sda)

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