Converium schockiert mit Verlustprognosen
publiziert: Dienstag, 20. Jul 2004 / 18:23 Uhr

Zürich - Der Rückversicherer Converium hat vor tiefroten Zahlen für das zweite Quartal gewarnt. Reserveaufstockung und Abschreibungen werden das Ergebnis mit bis zu 783 Mio. Dollar (rund 970 Mio. Franken) belasten. Der Aktienkurs brach um über die Hälfte ein.

Konzernchef Dirk Lohmann sieht ein tiefrotes zweites Quartal und auch einen Verlust für das ganze Geschäftsjahr 2004. Zum Umfang wollte er keine Angaben machen. Analysten rechnen mit bis zu 600 Mio. Dollar (über 700 Mio. Fr.) Jahresverlust. Wegen des massiven Sonderaufwands wird Converium frisches Kapital brauchen. Zur Diskussion steht auch eine Kapitalerhöhung.

An der Börse brach der Aktienkurs über 50 Prozent ein, was gemäss Schweizer Börse SWX bisher nur von Adecco in einem Tag erreicht worden war. Die Anleger verloren über eine Milliarde Franken.

Bei Börsenschluss notierte Converium mit 46,4 Prozent im Minus bei 33.25 Franken. Das Börsenbarometer Swiss Performance Index lag 0,95 Prozent im Plus.

Neben dem materiellen Schaden wurde auch der Imageschaden als gravierend bezeichnet. Die Ratingagentur Standard and Poor´s reagierte mit einer Zurückstufung, und Händler sahen die geplante Kandidatur für den Swiss Market Index ausser Reichweite.

Insgesamt 783 Mio. Dollar werden dem zweiten Quartal belastet. Zum einen müssen in den USA für latente Steuerforderungen und für Goodwill 383 Mio. Dollar abgeschrieben werden.

Zum andern wurde im US-Haftpflichtgeschäft die Entwicklung der Schäden in den Jahren 1997 bis 2001 - noch unter dem Dach der Zurich Financial Services (ZFS) - zu tief angesetzt. Deshalb müssen nun die Reserven um bis zu 400 Mio. Dollar aufgestockt werden.

Im letzten Jahr hatte der Rückversicherer einen Gewinn von 185 Mio. Dollar geschrieben. Im ersten Quartal 2004 waren es 65,7 Mio. Dollar gewesen. Der Abschluss des zweiten Quartals wird am nächsten Dienstag, 27. Juli, bekanntgegeben. Dann sollen auch weitergehende Informationen folgen.

(rr/sda)

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