Der Gewerkschaftsbund attackiert die freisinnigen Bundesräte
publiziert: Mittwoch, 9. Jul 2003 / 14:02 Uhr

Bern - Der SGB will die AHV-Lüge richtigstellen. Das Sozialwerk sei gesund. Die Pläne von Bundesrat Pascal Couchepin, das Pensionsalter auf 67 zu erhöhen und die Renten nur noch der Teuerung anzupassen, basiere auf einem rabenschwarzen Szenario.

Pascal Couchepin wird kritisiert. (Archiv)
Pascal Couchepin wird kritisiert. (Archiv)
Der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Nationalrat Paul Rechsteiner (SP/SG) griff an einer Medienkonferenz in Bern die freisinnigen Bundesräte Couchepin und Kaspar Villiger an. Mit ihren AHV-Plänen betrieben sie rücksichtslos Wahlkampf um die Führung im bürgerlichen Lager.

Wenn die Wirtschaft wieder wachse, sei die Finanzierung der AHV eine relativ leicht zu bewältigende Angelegenheit, sagte Rechsteiner. Couchepins AHV-Abbruchpolitik beruhe auf Irreführungen und einer Verdrehung der Tatsachen. Seine demografischen Annahmen seien ultrapessimistisch.

Die AHV-Renten seien für einen grossen Teil der Bevölkerung die wichtigste Einkommensquelle, sagte SGB-Sekretärin Colette Nova. Die geplante Abschaffung des Mischindexes - der Anpassung der Renten nicht nur an die Teuerung, sondern auch an die Lohnentwicklung - wäre ein fatales Gift für die Renten.

Die einfache AHV-Maximalrente sei von 1050 Franken im Jahre 1979 auf 2110 Franken gestiegen. Wäre die Rente nur an die Teuerung angepasst worden, würde sie heute nur gerade 1888 Franken betragen. Die Rente wäre also mehr als 10 Prozent tiefer, sagte Nova.

Gegen den SGB protestierten vor dem Bundeshaus halbnackte Jungfreisinnige. Die Gewerkschaften seien Schönwetter-Prediger in einem Schweigekartell, das die akuten Probleme der Altersvorsorge zu vertuschen suche. Für uns bleibt nichts mehr übrig - bald steht die Jugend nackt da, heisst es in ihrem Flyer.

(bsk/sda)

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