Finanzielle Lage der Krankenkassen stabilisiert sich
publiziert: Dienstag, 5. Sep 2006 / 17:07 Uhr

Bern - Die Krankenkassenprämien in der Schweiz hätten im laufenden Jahr niedriger sein können, und zwar mindestens 1 Prozent im Durchschnitt. Denn die Krankenkassen haben 2005 die gesetzlichen Mindestreserven um insgesamt rund 190 Mio. Franken überschritten.

Das Bundesamt für Gesundheit hat 85 Krankenkassen durchleuchtet.
Das Bundesamt für Gesundheit hat 85 Krankenkassen durchleuchtet.
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Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat erstmals die Bilanz und die Erfolgsrechung 2005 von 85 Krankenkassen publiziert. Daraus geht hervor, dass sich die finanzielle Situation der Kassen im Allgemeinen stabilisiert hat.

Insgesamt erreichten die gesetzlichen Mindestreserven 2005 knapp 3,2 Milliarden Franken, bei 18,5 Milliarden Franken einkassierten Prämien. Die Mehrheit der Versicherer hat zusammen eine Überdeckung von rund 480 Mio. Franken. Eine Minderheit weist eine Unterdeckung von rund 290 Mio. auf, davon 90 Mio. allein die Helsana.

Auch wenn es starke Schwankungen unter den Kantonen und den Kassen gibt: Ingesamt haben die Krankenkassen die gesetzlichen Mindestreserven um rund 190 Mio. Franken überschritten.

Diese Summe stelle ungefähr 1 Prozent der einkassierten Prämien dar, führte Daniel Wiedmer, Leiter Aufsicht Krankenversicherung beim BAG, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA aus.

Durchschnittlich 5,6 Prozent Prämienerhöhung

Gemäss dem BAG wurden die Prämien 2006 - mit einer Erhöhung von durchschnittlich 5,6 Prozent - festgelegt ohne Berücksichtigung der nachträglich durch das Eidg. Departement des Innern beschlossenen Massnahmen bei den Medikamenten, die 2006 und 2007 zu markanten Kosteneinsparungen führen.

Die Wirkung werde sich allerdings bei den Prämien 2007 erkennen lassen, so hofft das BAG zumindest. Der Bundesrat hat zudem diesen Frühling die Senkung der Mindestreservensätze aufgrund der Abnahme der finanziellen Risiken der Krankenversicherer beschlossen.

Die Senkung erfolgt schrittweise während drei Jahren. Dies eröffne den Krankenkassen einen zusätzlichen Spielraum bei der Prämienfestsetzung und den Einsatz von Reserven zu Gunsten der Prämien, schreibt das BAG.

Die Prämien 2007 sollen Ende September bekannt werden. Experten erwarten eine durchschnittliche Erhöhung um 3 Prozent - was im Vergleich zu den letzten Jahren wenig wäre.

(smw/sda)

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