Millionenschaden
Flut in Thailand kostet Swiss Re 600 Mio. Dollar
publiziert: Dienstag, 6. Dez 2011 / 09:15 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 6. Dez 2011 / 12:09 Uhr
Zwischen Juli und Oktober ist in Thailand so viel Regen gefallen wie seit 50 Jahren nicht mehr.
Zwischen Juli und Oktober ist in Thailand so viel Regen gefallen wie seit 50 Jahren nicht mehr.

Zürich - Die Verwüstungen durch die schweren Überschwemmungen in Thailand belasten Swiss Re schätzungsweise mit 600 Mio. Dollar. Der Betrag erhöht die sehr hohen Kosten des Rückversicherers durch Naturkatastrophen im laufenden Jahr weiter.

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Regenfälle haben zwischen Juli und Oktober in Nord- und Zentralthailand Fluten ausgelöst, in denen über 600 Menschen ums Leben kamen. Mehrere Millionen Tonnen von Erntegütern wurden zerstört und in verschiedenen grösseren Industrieparks konnte nicht mehr gearbeitet werden.

Thailand ist ein wichtiger Standort für Zulieferer. Die Fluten unterbrachen während Wochen die Produktion von Bauteilen für die globale Automobilindustrie und Hersteller von digitalen und elektrischen Systemen. Die Katastrophe traf vor allem Firmen, die japanischen Konzernen gehören bzw. nach Japan liefern.

Nur Schätzung möglich

Die vor allem durch Produktionsstopps und den Unterbruch von Lieferketten entstandene Schadenlast von 600 Mio. Dollar verbucht Swiss Re im vierten Quartal 2011. «Es könnte aber sein, dass eine Korrektur nach oben oder nach unten gemacht werden muss», sagte Konzernsprecherin Simone Lauper am Dienstag der Nachrichtenagentur sda.

Damit erhöht sich 2011 die Schadenlast für Swiss Re weiter deutlich. Allein für die Erdbebenkatastrophen in Neuseeland und Japan sowie Fluten in Australien im ersten Quartal muss der weltweite Branchenzweite mit 2,3 Mrd. Dollar aufkommen. Im Auftaktquartal wies Swiss Re 665 Mio. Dollar Verlust aus.

Schwarze Zahlen

Dank der profitablen Quartale Zwei und Drei fand Swiss Re zurück in die schwarzen Zahlen. Auch die Thailand-Lasten dürften ein profitables Gesamtjahr nicht gefährden. Die Analysten der Bank Vontobel befürchten allerdings, dass eine Dividende von 2,75 Fr. pro Aktie wie im Vorjahr nicht mehr sicher möglich sei.

Der Markt hatte mit einer tieferen Schadenlast aus dem Fluten gerechnet. Laut dem Versicherungsexperten der Zürcher Kantonalbank, Georg Marti, macht die Belastung 27 Prozent des Vorsteuergewinns nach neun Monaten aus: Dies sei «erheblich», schreibt er. An der Börse verlor die Swiss-Re-Aktie bis zum Mittag 0,5 Prozent.

(nat/sda)

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