Gesundheitskosten-Zunahme nur gering
publiziert: Freitag, 14. Sep 2007 / 13:51 Uhr / aktualisiert: Freitag, 14. Sep 2007 / 14:42 Uhr

Bern - Die Massnahmen gegen die steigenden Kosten im Gesundheitswesen zeigen nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) Wirkung. Die Kosten zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung stiegen 2006 unterdurchschnittlich.

Der Absatz von preisgünstigen Nachahmerprodukten hat zugenommen.
Der Absatz von preisgünstigen Nachahmerprodukten hat zugenommen.
Der Zuwachs betrug 1,3 Prozent, wie das BAG mitteilt. Dies entspricht einem Anstieg um 255 Millionen auf 20,6 Mrd. Franken. Seit das Krankenversicherungsgesetz 1996 in Kraft trat, stiegen die Kosten zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) im Mittel um 5,2 Prozent pro Jahr.

Das BAG nennt zwei Gründe für den tiefen Anstieg. Einerseits ist es der um 10 Prozent höhere Selbstbehalt, wenn statt einem Generikum ein Originalpräparat gewählt wird. Der Generika-Absatz habe seither zugenommen. Ebenfalls ausgewirkt habe sich die Senkung der Tarife für Laboranalysen um 10 Prozent per Anfang 2006.

Die Versicherten hatten an die Kosten für Leistungen aus der Grundversicherung 3,039 Mrd. Franken beizusteuern. Die Bruttokosten, also die Kosten für Kassen und Versicherte zusammengenommen, entwickelten sich je nach Sparte unterschiedlich.

Billigere Medikamente

Für Medikamente stiegen die Kosten im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger stark, nämlich um noch 0,1 Prozent. Rund ein Fünftel aller Ausgaben in der Grundversicherung (20,9 Prozent) entfielen 2006 auf Medikamente.

Den prozentual höchsten Zuwachs von 3,5 Prozent gab es bei den Pflegekosten. Laut BAG sind die Pflegeheime mit 2,5 Prozent daran beteiligt und die Spitex-Dienste mit 7,3 Prozent. Insgesamt entfielen mit 9,9 Prozent knapp ein Zehntel aller OKP-Kosten auf das Pflegewesen.

Arztkosten steigen

Einen Anstieg von 2,3 Prozent gab es bei den Arztkosten. Das ist weniger als im Vorjahr. Mit 22,5 Prozent machten Arztkosten knapp ein Viertel aller Kosten zu Lasten der Grundversicherung aus.

Bei den stationären Spitalbehandlungen wurde ein Zuwachs von 1,9 Prozent registriert. Auch in dieser Sparte stiegen die Kosten weniger stark an als 2005, wie das BAG festhält. Auf stationäre Behandlungen entfielen mit 23,7 Prozent knapp ein Viertel aller Kosten.

Für ambulante Spitalbehandlungen schliesslich wurden 12,8 Prozent aller OKP-Kosten aufgewendet, 1,0 Prozent weniger als im Vorjahr.

(fest/sda)

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