Kranken-Versichertenkarte kommt 2006
publiziert: Montag, 10. Okt 2005 / 14:55 Uhr

Solothurn - Die Schweizer Krankenversicherer geben ab Anfang 2006 rund 6 Millionen Grundversicherten die neue europäische Versichertenkarte ab.

Die relevanten Patientendaten werden erst ab 2008 gespeichert.
Die relevanten Patientendaten werden erst ab 2008 gespeichert.
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Der kreditkartengrosse Ausweis wird im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens mit der EU eingeführt. Die Karte enthält administrative Angaben wie Namen, Geschlecht, Geburtsdatum, Versicherer und Versicherten-Nummer. Wie der Krankenkassenverband santésuisse mitteilte, erlaubt die Karte im Notfall den Bezug medizinischer Leistungen. Sie löst den bisher erforderlichen «Auslandskrankenschein», das EU-Formular 111, ab. Ziel ist die Erleichterung von Abrechnungen.

Die neue Karte zeigt auf der einen Seite die bisherige Versicherungskarte des jeweiligen Versicherers und auf der Rückseite die EU-Versichertenkarte.

Keine Speicherung patientenrelvanter Daten

Die EU-Versichertenkarte hat vorerst nichts mit der vom Bundesrat im Juni als Grobkonzept verabschiedeten Versichertenkarte zu tun. Der Bundesrat will eine Chip-Karte, welche administrative Daten und medizinische Notfallinformationen enthält. Diese soll 2008 eingeführt werden und allen Grundversicherten abgegeben werden.

Wie santésuisse schreibt, kann die EU-Versichertenkarte für die schweizerische Version durchaus herangezogen werden. Zusatzanforderungen an die Karte liessen sich ganz nach den Wünschen der Regierung bei der nächsten für 2008 geplanten Gesamtauslieferung «problemlos» berücksichtigen.

Personenfreizügigkeitsabkommen verpfichtet

Die Krankenkassen sind auf Anfang 2006 wegen des Abkommens über die Personenfreizügigkeit verpflichtet, die EU-Versichertenkarte abzugeben. Sie wählten zur Herstellung eine Verbundlösung, da sie damit in drei Jahren 3 Millionen Franken sparen können. Dem Verbund schlossen sich laut santésuisse bisher 61 Kassen mit 6 Millionen Versicherten an.

Für sie werden insgesamt 8 Millionen der neuen Karten hergestellt, wovon 2 Millionen als Reserve dienen. Das ist das grösste entsprechende Projekt, das die Schweiz je gesehen hat.

Um bis spätestens 31. März 2006 alle Karten ausliefern zu können, müssen im Tag 130 000 Karten gefertigt werden, wie santésuisse schreibt. Dazu seien die Kapazitäten der grössten Kartenhersteller der Schweiz kombiniert worden. Die Versicherten erhalten die Karte ab Anfang 2006 automatisch zugestellt.

(fest/sda)

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