2015 ist mit 3,5 Prozent Wachstum pro Person zu rechnen
Krankenkassenverband erwartet deutlich höhere Gesundheitskosten
publiziert: Freitag, 17. Jul 2015 / 13:58 Uhr / aktualisiert: Freitag, 17. Jul 2015 / 14:31 Uhr
Da die Krankenkassenprämien ein Spiegelbild der Kosten sind, droht laut Santésuisse für 2016 eine deutliche Prämienerhöhung.
Da die Krankenkassenprämien ein Spiegelbild der Kosten sind, droht laut Santésuisse für 2016 eine deutliche Prämienerhöhung.

Solothurn - Der Krankenkassendachverband Santésuisse erwartet, dass die Gesundheitskosten im laufenden Jahr stark steigen. 2015 sei mit einem Wachstum von 3,5 Prozent pro Person zu rechnen, schreibt er. Das dürfte auch die Prämien steigen lassen.

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Santésuisse nennt im Communiqué vom Freitag zwei Hauptgründe für das «ungebremste Kostenwachstum»: Dass es deutlich mehr Ärzte gebe und dass die Kosten pro ambulante Behandlung stiegen. Im ambulanten Arzt- und Spitalbereich würden die Kosten im laufenden Jahr überdurchschnittlich um 5 Prozent zunehmen.

Die Zunahme bei der Anzahl der Ärzte gehe noch auf die Zeit vor dem Zulassungsstopp zurück, schreibt Santésuisse. In den Jahren 2012 und im ersten Halbjahr 2013 seien die Zulassungen für Spezialärzte stark angestiegen. Vor allem Spezialärzte aus den teuren Bereichen Radiologie, Kardiologie, Urologie, Herzchirurgie und Orthopädie hätten neu zu praktizieren begonnen. Die Folgen davon zeigten sich jetzt bei den Kosten.

Deutliche Prämienerhöhung droht

Es zeige sich ausserdem, dass gewisse Tarifpositionen häufiger abgerechnet würden, schreibt Santésuisse. Auffallend sei das Wachstum bei den «Konsultationen in Abwesenheit des Patienten». Darunter fällt unter anderem das Aktenstudium. Besonders Radiologen, Gastroenterologen, Orthopäden und Urologen schöpften diese Tarifposition massiv aus, schreibt Santésuisse.

Da die Krankenkassenprämien ein Spiegelbild der Kosten sind, droht laut Santésuisse für 2016 eine deutliche Prämienerhöhung: Von drei bis vier Prozent ist im Communiqué die Rede. Je nach Wohnkanton, Prämienregion, Krankenkasse, Versicherungsmodell und Franchise seien aber Abweichungen nach unten und oben möglich.

(jbo/sda)

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