Lausige Zahlungsmoral bei Krankenkassenprämien
publiziert: Freitag, 12. Sep 2008 / 14:52 Uhr

Bern - Für die Schweizer Spitäler kommen die Folgen unbezahlter Krankenkassenprämien immer teurer zu stehen. Inzwischen sitzen die Spitäler auf unbezahlten Rechnungen von insgesamt 80,5 Mio. Franken.

Insgesamt hätten sich in den Spitälern Rechnungen von 80,5 Millionen Franken angesammelt.
Insgesamt hätten sich in den Spitälern Rechnungen von 80,5 Millionen Franken angesammelt.
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Der Fehlbetrag geht aus einer Umfrage hervor, die der Spitalverband H+ Mitte August bei 49 Mitgliedspitälern gemacht hat. In einer ersten Umfrage von November 2007 war noch ein Fehlbetrag von 74 Mio. Franken verzeichnet worden, wie H+ mitteilte.

Die Ausstände sind Folge unbezahlter Prämien: Seit Anfang 2006 zahlen die Kassen keine Leistungen mehr, wenn der oder die Versicherte wegen ausstehender Prämien in ein Betreibungsverfahren verwickelt ist.

Rückkehr zur alten Regelung

Vor allem die grossen Spitäler kommt dieser Zahlungsstopp teuer zu stehen: Allein das Berner Inselspital sitzt auf unbezahlten Rechnungen von 4,6 Mio. Franken. In Zürich und Lausanne betragen die Ausstände laut H+-Communiqué je 2 Mio. Franken.

Die finanzielle Beziehung zwischen Krankenversicherern und ihren Versicherten könne nicht das Problem von Spitälern oder Ärzten sein, kritisiert H+. Der Spitalverband fordert deshalb eine Rückkehr zur alten gesetzlichen Regelung, die vor dem 1.1.2006 in Kraft war: «Die Spitäler behandeln Patienten, und die Versicherten vergüten diese Leistungen.»

Die kantonalen Gesundheitsdirektoren haben sich in dieser Frage am Donnerstag mit dem Krankenkassenverband santésuisse besprochen.

(tri/sda)

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