Schweizer Gesellschaften wollen Urteil anfechten
Millionenstrafen gegen Versicherungen in Italien
publiziert: Donnerstag, 3. Aug 2000 / 16:47 Uhr

Zürich - Die italienische Kartellbehörde hat wegen verbotenen Absprachen gegen 38 Versicherungen Strafen von insgesamt 700 Mrd. Lire (553 Mio. Franken) verhängt. Die mitangeklagten Schweizer Gesellschaften wollen gegen das Urteil Rekurs ergreifen.

Gegen die drei Schweizer Versicherer Zürich, Winterthur und Helvetia Patria sind Bussen von insgesamt über 50 Mio. Fr. ausgesprochen worden, wie Firmensprecher am Donnerstag einen Bericht des Schweizer Fernsehens DRS vom Mittwoch bestätigten.
Die Winterthur wurde zu einer Busse von rund 33 Mio. Fr. verurteilt. 16 Mio. Fr. müsste gemäss «10 vor 10» die Zürich auf den Tisch legen. Die Helvetia Patria schliesslich wurde zu einer Busse von 3,4 Mio. Fr. verurteilt. Während die Winterthur und die Helvetia den Betrag bestätigten, war bei der Zürich vorerst keine Bestätigung erhältlich.
Die italienische Kartellbehörde begründete ihr Urteil mit verbotenen Preisabsprachen. Über eine Beratungsgesellschaft hätten die Unternehmen Daten über ihre Autoversicherungen ausgetauscht. Ein Helvetia-Patria-Sprecher nannte das Urteil «absurd». Es handle sich um einen reinen Informationsaustausch.
Sowohl die Winterthur wie die Helvetia Patria wollen das Urteil anfechten, wie beide Unternehmen gegenüber der Nachrichtenagentur sda bekanntgaben. Nähere Angaben wollte man mit Rücksicht auf das angestrebte Verfahren nicht machen.

(sda)

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