OECD ermuntert zu weiteren Revisionsschritten in der IV
publiziert: Dienstag, 7. Nov 2006 / 13:55 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 7. Nov 2006 / 14:34 Uhr

Bern - Nicht «Eingliederung vor Rente» muss die Devise heissen, sondern «Eingliederung statt Rente».

Der schweizerische Ansatz, Personen mit gesundheitlichen Problemen möglichst früh zu erfassen, sei «vielversprechend».
Der schweizerische Ansatz, Personen mit gesundheitlichen Problemen möglichst früh zu erfassen, sei «vielversprechend».
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Die OECD empfiehlt der Schweiz, über die 5. Revision der Invalidenversicherung (IV) hinaus weitere Massnahmen zu ergreifen. Vertreter der Organisation und des Bundesamtes für Sozialversicherung (BSV) haben den Medien in Bern einen Bericht zu den IV-Systemen in der Schweiz, Norwegen und Polen vorgestellt. Weitere Studien zu andern OECD-Ländern werden folgen.

Der schweizerische Ansatz, Personen mit gesundheitlichen Problemen möglichst früh zu erfassen, sei «vielversprechend», heisst es im Bericht. Die beschlossene (und mit dem Referendum attackierte) 5. IV- Revision bringe aber noch nicht genügend Anreize und Pflichten, um Behinderte und Kranke im Arbeitsprozess zu halten.

Nach Ansicht der OECD-Experten sollten die Arbeitgeber beispielsweise verpflichtet werden, ein Krankheitsmonitoring einzuführen und einen «Vorbereitungsplan» zur Wiedereingliederung lange fehlender Arbeitnehmer auszuarbeiten. Sie müssten «einen Teil der durch das Nichtangehen der Krankheitsproblematik entstandenen Kosten tragen».

Ein Krankheitsmanagement und -monitoring fordert der Bericht auch von den privaten Krankentaggeldversicherern. Diese müssten die IV über lange dauernde oder wiederholte Absenzen informieren. Damit das funktionieren könne, sei die heute noch auf zwei Drittel der Erwerbstätigen beschränkte Krankentaggeldversicherung obligatorisch zu erklären.

Berufliche Rehabilitation

Anspruch auf Massnahmen der beruflichen Rehabilitation sollten laut OECD sodann alle Erwerbstätigen mit gesundheitsbezogenen Problemen haben - und nicht nur die bloss noch eingeschränkt Erwerbsfähigen. Bei bereits Arbeitslosen komme die Intervention für die künftige Devise «Eingliederung statt Rente» sehr spät.

Starkes Gewicht legen die OECD-Experten auf eine verbesserte Zusammenarbeit unter den Institutionen. Personen mit abgelehntem IV- Gesuch sollten durch die IV «nachbetreut» werden. Mit Richtlinien und strengerer Aufsicht über die kantonalen IV-Stellen müsse der Bund für eine einheitlichere IV-Praxis in den Kantonen sorgen.

(fest/sda)

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