Kritik von Travail.Suisse
Pensionskassen-Verwaltung verschlingt zuviel
publiziert: Dienstag, 30. Aug 2011 / 15:08 Uhr
Martin Flügel: Lebensversicherungen sollen aus der beruflichen Vorsorge verbannt werden.
Martin Flügel: Lebensversicherungen sollen aus der beruflichen Vorsorge verbannt werden.

Bern - Die Gewerkschaft Travail.Suisse stört sich an den hohen Verwaltungskosten bei der zweiten Säule. Während von den Versicherten Leistungskürzungen verlangt würden, flössen jährlich Milliarden in die Taschen der Lebensversicherer und Vermögensverwalter.

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Die Politik habe dies bis jetzt zugelassen und damit bei der Bevölkerung viel Vertrauen verspielt, sagten Vertreter von Travail.Suisse am Dienstag vor den Medien in Bern. Nach dem Nein des Schweizer Volkes zur Senkung des Umwandlungssatzes im März 2010 müsse die Politik jetzt mit Taten das Vertrauen wieder zurückgewinnen.

Travail.Suisse-Präsident Martin Flügel fordert gemäss Redetext, dass die Lebensversicherungen aus der beruflichen Vorsorge verbannt werden. Am Kongress vom 10. September will die Gewerkschaft über einen entsprechenden Antrag abstimmen.

Weiter soll die Bereicherung bei Vermögensverwaltungskosten unterbunden werden. Eine vom Bundesamt für Sozialversicherungen in Auftrag gegebene Studie habe gezeigt, dass sich diese auf 3,7 Milliarden Franken pro Jahr belaufen. Je komplizierter ein Finanzprodukt aufgebaut sei, desto grössere versteckte Kosten seien darin enthalten.

Als dritten Punkt fordert Flügel Ausgleichsmassnahmen zur Verhinderung von Rentenkürzungen. Wenn Anpassungen des Umwandlungssatzes notwendig würden, müssten Ausgleichsmassnahmen ergriffen werden, die Rentenkürzungen kurz- und langfristig verhindern.

Änderungen bei der Legal-Quote

Für die Freiburger CSP-Nationalrätin Marie-Thérèse Weber-Gobet bildet die Beteiligung der Versicherten an den Gewinnen eine weitere vertrauensbildende Massnahme. Möglich werde dies mit einer genaueren Definition des Begriffs «Überschuss» bei der so genannten Legal-Quote.

Heute dürfen die Lebensversicherer vom Überschuss im BVG-Geschäft maximal 10 Prozent für sich abzweigen. Die politische Diskussion laufe nun dahin, die Höhe dieser Legal-Quote zu verändern oder das Legal-Quote-System aufzuheben und durch ein Trennsystem zu ersetzen, sagte Weber-Gobet.

Travail.suisse verlangt zudem auch die Einführung einer neutralen Ombudsstelle. Das Geschäft mit der zweiten Säule sei derart kompliziert geworden, dass sich die Zahl der Konflikt- und Streitfälle erhöhe. Eine Ombudsstelle könnte auch verhindern, dass die Zahl der juristisch geführten Auseinandersetzungen zunehme.

 

(fkl/sda)

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Das Pensionskassen-Problem muss radikal neu angegangen werden. Aus langjähriger Erfahrung sehe ich die Sache seit vielen Jahren in eine üble Zukunft schlittern. Die schlechte Situation im Pensionskassen(un)wesen beeinflusst viele Facetten der Arbeits- und Sozialwelt! Statt gelöst wird, wie vielfach üblich, nur gebastelt und geschoben. Es betrifft ja vor allem die Zukunft.
Hier nun mein Vorschlag: Es war einmal der kluge Spruch: «Mündelsicher anlegen» – und er gilt immer noch. Versager in der ganzen Pensionskassen-Misere sind doch die Gewerkschaften und die SP mit ihren Mitläufern. Niemand hat sie daran gehindert, das Problem längst selbst an die Hand zu nehmen. Einmal mehr sind sie dazu unfähig. Das ursprüngliche Prinzip war doch die Altersfürsorge mit den drei Säulen. Viele Staaten haben uns darum beneidet. Die erwähnten Institutionen haben andererseits im hohen Mass dazu beigetragen, dass unser Staat sich liquidiert. Da picke ich nur das raus, was die Pensionskassengelder angeht. Welches sind die grössten Ausgabeposten bei der Pensionierung: 1. Mietzins, 2. Steuern, 3. Krankenkasse. Der Weg des 2.-Säule-Geldes geht heute an: Versicherungsgesellschaften, Banken, selbständige Pensionskassen und ähnliche. Die legen es dann an. Schöpfen viele Mittel selbst ab. Damit es hoch rentiert, wie wir jetzt wissen, mit viel Risiko. Das Resultat ist die immerwährende Krise.
Der Änderungsvorschlag sieht wie folgt aus: Die Mittel der 2. Säule gehen direkt in die eigene Wohnung (wohl via WBG). Die Mieter sind demnach Eigentümer einer Wohnung, haben daher Schulden, aber diese vermindern sich stetig. Der Mietzins bleibt. Das bedingt natürlich, dass die jetzigen Eigentümer (enteignet?? Art. 26-2 BV) werden. Problem Verzinsung und Umwandlungssatz sind damit aber vom Tisch. Wohnungswechsel und vieles andere mehr müssten durch ein Immobiliengeld «Wohnungs-Bon» geregelt werden. Diese simple Lösung ändert und regelt sehr vieles. Bei Pensionierung ist dann ein grosser Teil der Ausgaben bereits bezahlt. Ergänzung zu meinem Vorschlag „2. Säule-Gelder in eigene Wohnung“.Verzinsung: In jedem Mietzins ist weit mehr als 4 % Hyp oder EK Verzinsung eingerechnet. Ein Argument mehr für meinen Lösungsvorschlag!
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