Rückversicherer blicken zuversichtlich auf 2003
publiziert: Donnerstag, 2. Jan 2003 / 12:08 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 2. Jan 2003 / 13:00 Uhr

Zürich - Nach einem turbulenten Jahr 2002 kann die Rückversicherungs-Branche aus Sicht des Chefvolkswirts der Swiss Re, Thomas Hess, zuversichtlich in das neue Jahr blicken.

Swiss Re
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Die Branche wird weniger abhängig sein von den Kapitalmärkten, egal wie sie sich entwickeln, sagte der Experte des weltweit zweitgrössten Rückversicherers der Wirtschaftsnachrichtenagentur dpa-AFX. Die Gesellschaften würden weiter an der Preisschraube drehen. Grosse geopolitische Risiken macht Hess für den Sektor nicht aus.

Die versicherungstechnischen Ergebnisse werden stärker in den Vordergrund rücken, sagte Hess. Die meisten Gesellschaften hätten ihre Aktienbestände gesenkt, nachdem die Börsen auf Talfahrt gegangen seien.

Wenn nicht alles schief läuft, werden die Rückversicherer 2003 bessere Ergebnisse erzielen. Die Erträge werden aber nicht in den Himmel schiessen, da das Anlageumfeld dämpfend wirkt, betonte der Chefökonom.

Schwache Aktienmärkte und niedrige Zinsen drückten auf die Finanzergebnisse. Wenn die Zinserträge um 2 Prozentpunkte sinken würden, brauche ein Rückversicherer je nach Prämiensumme im Verhältnis zum Eigenkapital ungefähr 8 Prozent höhere Preise, um das Ergebnis zu halten, sagte er weiter. 2003 werden sich die Finanzergebnisse wieder stabilisieren.

Auf versicherungstechnischer Seite werden sich Preissteigerungen positiv bemerkbar machen. Die Preise werden sich auf erhöhtem Niveau fortsetzen, sagte Hess. Im Luftfahrtbereich ist der Spielraum allerdings weitgehend ausgereizt.

Hier waren Prämienpreise nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 in die Höhe geschnellt. Dieses Ereignis hatte den Aufwärtszyklus bei den Rückversicherungspreisen deutlich verstärkt. In anderen Bereichen gibt es noch Nachholbedarf. Im Haftpflichtbereich zum Beispiel stehen mit Sicherheit noch Preiserhöhungen an, sagte der Swiss-Re-Experte.

Ein möglicher Irakkrieg macht dem Volkswirt mit Blick auf die Rückversicherungsbranche weniger Sorgen. Kriegsrisiken sind in dem Sektor in aller Regel ausgeschlossen. Eine Anfälligkeit besteht höchstens auf der Anlageseite, falls ein Krieg die Börsen einbrechen lässt. Weitere Terroranschläge hätten dagegen grössere Auswirkungen.

(bert/sda)

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