Solvenztest soll die Zahlungsfähigkeit der Versicherer sichern
publiziert: Donnerstag, 6. Nov 2003 / 17:04 Uhr

Bern - Mit dem Schweizer Solvenztest (SST) will das Bundesamt für Privatversicherungen (BPV) die Zahlungsfähigkeit der Versicherungswirtschaft in der Schweiz langfristig sichern. Die dafür definierten Anforderungen wurden in Bern vorgestellt.

Mit dem Solvenztest will das Bundesamt für Privatversicherungen der Zahlungsunfähigkeit von Versicherungen vorbeugen.
Mit dem Solvenztest will das Bundesamt für Privatversicherungen der Zahlungsunfähigkeit von Versicherungen vorbeugen.
Wir wollen die Risiken, die Versicherungen auf sich nehmen, künftig präziser messen, sagte SST-Projektleiter Philipp Keller vom BPV vor den Medien. Dabei geht es darum, das Kapital zu berechnen, das Versicherungen brauchen, um die Risiken, die sie eingehen, zu tragen.

Dieses Instrument solle viel näher am Markt sein als das weniger genaue statuarische Modell, nach dem die Berechnungen heute gemacht würden, sagte BPV-Direktor Herbert Lüthy. Dazu wurden Szenarien entwickelt, die ein Versicherer überleben können muss.

Der SST ist zweistufig und hilft, Minimalanforderungen ans Kapital sowie ein Zielkapital zu berechnen, das nicht unterschritten werden darf. Ziel ist, dass die Versicherer selber merken, welche Risiken sie noch tragen können. Und dies, bevor die Aufsichtsbehörde einschreiten muss, sagte Lüthy.

Bis vor drei Jahre wären solche vorsorglichen Massnahmen nicht nötig gewesen, weil es der Wirtschaft gut ging und viel Kapital vorhanden war, ergänzte Lüthy. Jetzt müssen wir aber vorsichtiger sein. Dennoch wolle er nicht, dass deswegen der Eindruck entstehe, die Versicherungen seien in einer Krise.

Das SST-Projekt wurde im Frühling lanciert. Es lehnt sich an das Modell aus Holland, wurde aber auf die Bedingungen in der Schweiz angepasst.

(tr/sda)

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