Swiss Re: Gewinn halbiert
publiziert: Dienstag, 5. Aug 2008 / 07:44 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 5. Aug 2008 / 23:06 Uhr

Zürich - Der Rückversicherer Swiss Re leidet weiter unter der US-Hypothekenkrise. Der Gewinn halbierte sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahres auf 0,6 Mrd. Franken. Nun will der Konzern die Lebensversicherungssparte der britischen Barclays übernehmen.

Swiss Re, der grösste Rückversicherer der Welt, hat die Erwartungen der Finanzgemeinde deutlich verfehlt.
Swiss Re, der grösste Rückversicherer der Welt, hat die Erwartungen der Finanzgemeinde deutlich verfehlt.
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Der Kaufpreis betrage 753 Mio. Pfund, teilte Swiss Re am Dienstag in einem Communiqué mit. Damit erwerbe man einen Bestand von rund 760 000 Lebensversicherungs- und Vorsorgepolicen sowie Rentenversicherungsverträge mit einem Anlagevermögen von fast 6,8 Mrd. Pfund.

Das Portfolio von Barclays sei geschlossen und akzeptiere seit 2001 kein Neugeschäft mehr. Es generiere jedoch immer noch jährliche Prämieneinnahmen von 350 Mio. Pfund. Swiss Re will das Barclays-Portfolio abwickeln. Die Übernahme werde sich positiv auf das Ergebnis auswirken. Sie solle bis Ende Oktober vollzogen sein. 23 Barclays-Mitarbeiter würden übernommen.

Gewinn halbiert

Weniger positiv fiel das Ergebnis des zweiten Quartals aus: Der Reingewinn schrumpfte im Vergleich zur Vorjahresperiode von 1,194 Mrd. auf 564 Mio. Franken. Die Netto-Prämien fielen von 7,955 Mrd. auf 6,114 Mrd. Franken.

Damit hat der grösste Rückversicherer der Welt die Erwartungen der Finanzgemeinde deutlich verfehlt. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP einen Reingewinn von 673 Mio. Fr. und ein Prämienvolumen von 6,6 Mrd. Fr. erwartet.

Aktie dennoch höher

Die strukturierten Kreditausfall-Swaps (CDS) sorgten für einen weiteren, nicht-realisierten Bewertungsverlust von 362 Mio. Franken. Und für den Juli dürfte schätzungsweise ein weiterer Verlust von 163 Mio. Fr. dazukommen, schrieb die Swiss Re. Bereits im ersten Quartal hatten diese Geschäfte dem Rückversicherer ein Minus von 819 Mio. Fr. eingebrockt.

Obwohl Swiss Re die Erwartungen der Finanzgemeinde klar verfehlte, notierte die Aktie um 1,9 Prozent höher auf 66,65 Franken. Marktteilnehmer zeigten sich erleichtert, dass böse Überraschungen bei den Abschreibern ausgeblieben waren.

(ht/sda)

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