Versicherer lagern Vermögensverwaltung aus
publiziert: Mittwoch, 13. Nov 2002 / 17:09 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 13. Nov 2002 / 17:55 Uhr

Zürich - Versicherer werden künftig die Verwaltung ihrer Vermögen vermehrt auslagern, obwohl gerade dies zu ihrem Kerngeschäft gehört. Das ist das Fazit einer Swiss-Re-Studie.

Zurzeit können es sich Versicherungsgesellschaften nicht leisten, schwache Anlageentscheidungen zu treffen, heisst es in der neusten Sigma-Studie der Swiss Re (Third-Party-Asset-Management der Versicherer).

Eine inkompetente Vermögensverwaltung könne zum Zusammenbruch des Versicherers führen, so die Autoren.

Das Umfeld sei schwierig geworden: Die Anlagerenditen drohten zu sinken, die Risiken dagegen zu steigen.

Neben den dürftigen und unsteten Aktienrenditen seien aber auch die Märkte für festverzinsliche Papiere riskant geworden.

Die Zusammenbrüche von Enron und WorldCom hätten bei den Unternehmensanleihen zu einem Exodus geführt.

Zudem hätte sich die Unsicherheit durch die Bilanzskandale erhöht.

Selbst Staatsanleihen seien keine überzeugende Alternativen mehr, da die Renditen zu tief und steigende Zinsen wahrscheinlich seien.

Obwohl die Verwaltung des Vermögens zum Kerngeschäft der Versicherer gehört, wird dieses gemäss Studie in Zukunft vermehrt ausgelagert.

Die Auslagerung könne sich vor allem für kleine und mittlere Versicherer lohnen, die nicht die nötige Fachkompetenz hätten.

Ende 2001 verfügten die Versicherer weltweit über ein Vermögen von 11,5 Billionen Dollar. Auf Europa entfielen geschätzte 4502 Mrd. US-Dollar, auf die USA 3947 Mrd. Dollar. 82 Prozent des weltweiten Vermögens lag bei den Lebensversicherern.

In Europa ist Grossbritannien mit einem Drittel des europäischen Vermögens absoluter Spitzenreiter.

In der Schweiz liegen 205 Mrd. Dollar, davon 154 Mrd. Dollar im Bereich Leben.

Ende 2001 haben die US-Versicherer 300 Mrd. Dollar (rund 7,6 Prozent) ihres Vermögens extern verwalten lassen, die europäischen Versicherungen 140 Mrd. Dollar (rund 3 Prozent).

(bsk/sda)

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