Zu 30 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt
Ex-Swiss-Life-Boss muss hinter Gitter
publiziert: Mittwoch, 27. Okt 2010 / 18:30 Uhr
Der Ex-Swiss-Life-Finanzchef wurde zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt.
Der Ex-Swiss-Life-Finanzchef wurde zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt.

Zürich - Im Prozess um Millionengewinne früherer Swiss-Life-Bosse soll der Ex-Finanzchef des Versicherungskonzerns hinter Gitter. Das Bezirksgericht Zürich hat Dominique Morax am Mittwoch überraschend wegen Veruntreuung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Morax will Berufung einlegen.

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Der 62-Jährige erhielt eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon sind sechs Monate unbedingt. Morax sei der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig, befand das Gericht.

Zudem werde Morax verpflichtet, dem Staat für den widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil 391'200 Fr. zu bezahlen. Auch die Gerichtsgebühr von 70'000 Fr. und die Untersuchungskosten habe der ehemalige Finanzchef zu tragen.

Berufung angekündigt

Morax muss nicht die ganzen zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. 24 Monate der Freiheitsstrafe werden für eine Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben. Die restlichen 6 Monate muss der ehemalige Finanzchef jedoch absitzen, wenn das erstinstanzliche Urteil Bestand hat.

Morax will das Urteil aber nicht auf sich sitzen lassen. Sein Verteidiger Lorenz Erni kündigte noch im Gerichtssaal Berufung an. Die Höhe der Strafe sei völlig unverständlich. Er rechne mit einem Erfolg des Rekurses vor Obergericht, sagte Erni nach der Urteilsverkündigung vor Medienvertretern.

Selbstbereicherung

In dem Fall ging es um die Beteiligungsgesellschaft Long Term Strategy (LTS), mit der sechs ehemalige Konzernleitungsmitglieder der Rentenanstalt/Swiss Life um die Jahrtausendwende Millionengewinne einfuhren, während gleichzeitig die Swiss Life alleine im Jahr 2002 einen Reinverlust von 1,7 Mrd. Fr. erlitt. Die Staatsanwaltschaft hatte Morax die Veruntreuung von 4,1 Mio. Fr. vorgeworfen.

Die Topmanager hätten LTS-Aktien im Wert von über 20 Fr. zu bloss 10 Fr. erworben, wodurch der Swiss Life Einnahmen von über 1,8 Mio. Fr. entgangen seien, sagte der Gerichtsvorsitzende Sebastian Aeppli. Mehrere Spitzenkader hätten sich ungerechtfertigt bereichert. Aeppli wies darauf hin, dass zwei Konzernleitungsmitglieder bei dem LTS-Vehikel wegen Bedenken nicht mitgemacht hätten.

(fest/sda)

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