Komplementärmedizin:

Krankenkassen nennen Entscheid «politisch»

publiziert: Mittwoch, 12. Jan 2011 / 20:25 Uhr / aktualisiert: Montag, 31. Jan 2011 / 15:02 Uhr
«Pragmatischer Entscheid»: Jacques de Haller.
«Pragmatischer Entscheid»: Jacques de Haller.

Bern - Komplementärmedizin-Organisationen sind erfreut, dass Homöopathie, Phytotherapie, Neuraltherapie sowie anthroposophische und traditionelle chinesische Medizin ab 2012 vorläufig wieder von der Grundversicherung bezahlt werden. Die Kassen nennen den Entscheid «politisch».

5 Meldungen im Zusammenhang
Der Dachverband Komplementärmedizin ist optimistisch, dass der Volksentscheid umgesetzt wird, sieht sich aber noch nicht am Ziel, wie Co-Präsident Lukas Rist sagte.

Noch stünden die Verhandlungen über die Leistungsverordnung an. Es gehe um die Frage, wie genau die fünf Methoden in die Grundversicherung aufgenommen würden.

Provisorium als Wermutstropfen

Froh ist Rist auch, dass das Departement des Innern (EDI) zwischen den fünf ärztlichen Methoden nicht differenziert hat. Der Wermutstropfen sei das Provisorium, also der geforderte dritte Nachweis, dass sie die Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) erfüllten, sagte Rist zur Naschrichtenagentur SDA.

Im Sinn der Gleichbehandlung und auch der gesetzlichen Grundlage wünscht sich Rist, dass auch Methoden der Schulmedizin regelmässig überprüft werden.

Freude auch bei der Union schweizerischer komplementärmedizinischer Ärzteorganisationen: Präsident Hansueli Albonico attestierte Bundesrat Didier Burkhalter ein sorgfältiges Vorgehen. Die Union habe nichts dagegen, die WZW-Kriterien noch einmal auf den Punkt zu bringen und sei überzeugt, noch bestehende Lücken füllen zu können.

Santésuisse: «Politisch»

Der Krankenkassen-Dachverband santésuisse nennt den Entscheid des EDI «politisch», wie Sprecherin Françoise Tschanz ausführte. Die gesetzte Frist von sechs Jahren erlaube es den Beteiligten, zu klären, welche Kriterien berücksichtigt werden sollten. Weiter kommentieren wollte der Verband den Entscheid am Mittwoch nicht.

Die Stiftung SPO Patientenschutz ist zufrieden. Immerhin würden die fünf Methoden probeweise wieder von der Krankenkasse übernommen, sagte Präsidentin Margrit Kessler. «Nicht ganz richtig ist, dass sie in Bezug auf Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit erneut geprüft werden sollen.»

De Haller: «Pragmatisch und vernünftig»

FMH-Präsident Jacques de Haller nannte den Entscheid pragmatisch, vernünftig und adäquat. Das Gesetz und der Volkswille würden respektiert.

De Haller gab sich überzeugt, dass die Krankenkassenprämien deswegen nicht steigen. «Im Gegenteil, denn diese medizinischen Fachrichtungen sind weniger teuer und verhindern gewisse andere Konsultationen.»

(ht/sda)

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Gesundheitsminister Didier Burkhalter entscheidet, ob verschiedene Richtungen der Komplementärmedizin wieder von der Krankenkasse bezahlt werden sollen.
Vielen Dank
Es beschränkt sich aber nach wie vor auf, wirkt oder wirkt nicht. Diesen Beweis muss jedes neue Medi auch der Pharmaindustrie, erbringen.

Aber danke für die klare Antwort. Eine Ergänzung, so viel mir ist, habe ich gelesen, das im Gesetz eben steht, jede Behandlungsmethode die von den Kassen bezahlt wird, muss eine bestimmte Wirksamkeitsstudie über sicher ergehen lassen muss. Diese Vorgaben konnten die Alternativen Methoden bis jetzt nicht erfüllen. Dieses Gesetz ist und bleibt in Kraft, trotz Abstimmung. Darum das Provisorium.

Sie sagen, die Komplemetärmedizin habe das Geforderte bereits nachgewiesen? Sind Sie sicher? Das habe ich wohl nicht mitbekommen..... und sagen Sie jetzt ja nicht, die Medien arbeiten halt im Auftrag der Phamalobby.
Schon mehrere Nachweise
Also die Komplementärmedizin musste schon mehreremale das Geforderte nachweisen.

Mann kann sie natürlich auch zu tode nachweisen lassen, bis das Resultat den Lobbyisten gefällt.

Klar muss man wissenschaftliche Tests machen, das Problem ist das diese heutzutage kaum noch neutral zu machen sind. Und wie gesagt, warum müssen diese Methoden alle paar Jahre wieder erneut alles unter Beweis stellen und die herkömmliche Medizin nicht?
Das ist auch nicht gerecht und widerspricht dem freien Wettbewerb.

Der Volkswille wurde übrigens wieder nur unter Auflagen (Hintertürchen) umgesetzt. Das Provisorium ist eine Frechheit und der (sicher erfolgreiche) Versuch der Pharmalobby, in 6 Jahren alles wieder rauszukippen.
Konkurrenz?
Jetzt muss ich mich doch etwas wundern. Die Komplementärmedizin muss keine Prüfung über sich ergehen lassen, die Chemischen Medis aber schon? Wieso? Das ist dann aber keine Konkurrenz. Da könnte man ja auch bei den Chemischen Medis sagen, Versucht es doch mal, wenn sie nicht wirken versuchen sie doch das nächste, ach und diese Versuche zahlt dann auch noch die Krankenkasse!!!!

Ich frage Sie gerne noch mal, wie wollen Sie die Wirksamkeit der Alternativen Methoden ohne wissenschaftliche Test beweisen. Was muss man machen, dass man sagen kann, ok dieses mal hatte die Pharmalobby nichts damit zu tun? Vielleicht haben Sie oder andere ja eine gute Antwort auf diese Fragen.

Der Volkswillen wird jetzt umgesetzt, dass begrüsse ich.
Es geht um die Konkurrenz
Die Pharma hat einfach Angst die Komplementärmedizin könnte ihr das Wasser abgraben.

Ob die Kügelchen wirken darf doch wohl jeder Konsument selber entscheiden, wenn man nämlich zum Schluss kommt dass die Nadeln, Kügelchen etc. nicht geholfen haben, greift man wieder zu den herkömmlichen Pillen. Das ist Wettbewerb und Auswahl aus Produkten.
Diesen Wettbewerb versucht die Pharmabranche seit jahrzehnten zu verhindern, leider immer wieder mit Erfolg.
Natürlich kann nicht alles von der KK übernommen werden, aber die jetzt wieder von den KK bezahlten Methoden sollten bleiben und nicht in 6 Jahren aufgrund tendenziöser ominöser (von der Pharma manipulierten) sogenannten wissenschaftlichen Abhandlungen wieder rausgeworfen werden, aber genau das wird passieren, darauf wette ich.
Etwas würde mich interessieren
Der Entscheid von BR Burkhalter ist richtig, er setzt den Volkswillen um.

Wie aber wollen Sie die nötigen Prüfungen, der Komplementärmedizin durchführen, ohne wissenschaftliche Untersuchungen. Was gibt es den sonst noch um zu beweisen, dass die Kügelchen wirken? Die Krankheit wird geheilt, ja oder nein. Das ist doch etwa das was an prüfen kann? Das macht man bei anderen Medis ja auch so? Wirkt oder wirkt nicht. Im Prinzip ist die Frage ganz einfach zu beantworten. Oder irre ich mich?
Pharmalobby
Es ist doch völlig klar, dass die Pharmalobby alles daran setzen wird, dass die Komplementärmedizin ein schlechtes Image hat und nicht bezahlt wird von den KK.
Couchepin war eh ein typischer Handlanger der Pharma.

Die Alternativmethoden müssten eigentlich gar nichts beweisen, in 6 Jahren werden dann wieder so tolle "wissenschaftliche Arbeiten" veröffentlicht die besagen werden, dass die Komplementärmedizin nichts wert ist und nur Kosten verursacht. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Nicht die Komplementärmedizin bringt die Gesundheitskosten zum Platzen, sondern die unverschämten Medikamentenpreise der Pharma, die durch unsere rechtsbürgerlichen Politiker so vehement geschützt werden.
Chance für die Alternativmethoden
Das Parlament hat einen Verfassungsartikel als Gegenentwurf zur Volksinitiative "Ja zur Komplementärmedizin" ausgearbeitet. Der neue Artikel verlangt, dass Bund und Kantone im Rahmen ihrer Zuständigkeiten die Komplementärmedizin berücksichtigen. Nachdem die Volksinitiative zurückgezogen wurde, stimmte das Volk am 17.05.2009 mit 67 % diesem Verfassungsartikel zu. Es war typisch für den Vorgänger im EDI, dass er den Volkswillen nicht respektierte. Didier Burkhalter tut dies nun und dies ist zu würdigen. Für mich ist es jedoch generall in einer direkten Demokratie fraglich, dass ein einzelner Bundesrat entscheiden kann, was aus einem Urnengang umgesetzt wird und was nicht. Die Alternativmethoden kriegen eine Chance, während 6 Jahre zu beweisen, dass sie nicht bloss dem Woodoo-Zauber gleichzusetzen sind.
Billiger
Ich habe meine Grippe mit Thymiansalbe, pflanzlichen Spray und Hustenbonbons kuriert.

Sicherlich billiger als wie die Chemiekeule. Was die Nebenwirkungen von chemischen Mitteln die Prämienzahler kosten weiss ich nicht.
.
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